Ellendt: Parkhaus ZOB bietet Parkplätze mit Fördeblick

01.10.2019

Zur Eröffnung des neuen Parkhauses ZOB erklärt der Kieler Oberbürgermeisterkandidat Dr. Andreas Ellendt:

Der Tag der Deutschen Einheit hat vielleicht dafür gesorgt, dass das „Mörtelgate“-ZOB Parkhaus jetzt mit viermonatiger Verspätung eröffnet wurde. So sehr es zu begrüßen ist, dass in Kiel eine Baustelle verschwindet, steht doch gerade dieses Bauwerk auch symbolisch für ein fehlendes innovatives Stadtentwicklungskonzept.

Oberbürgermeister Kämpfer hebt in seiner Presseerklärung hervor, dass „das Parkhaus einen besonderen Ausblick auf Kiel“ gewähre. Ich frage mich wirklich, für wen oder was das gelten soll. Autos können in Kiel jetzt mit „Fördeblick“ parken. Die Aufenthaltsqualität für die Menschen steigert das nicht. Im Gegenteil: Das dunkle und wuchtige Gebäude wird im Bahnhofsumfeld vielmehr zu einem weiteren Angstraum werden. Es trennt die Innenstadt außerdem vom Wasser.

Um dem entgegenzuwirken, bietet sich eine Begrünung der Fassade und des Daches an. Damit würde man immerhin noch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die gestalterische Wirkung des Gebäudes aufwerten.

Auf der Fläche hätte in Teilen eine interessante Wohnbebauung sowie ein Fördepark mit Gastronomie für die Kielerinnen und Kieler und die Touristen entstehen können. Warum hat man keine Tiefgarage gebaut? Es zeigt sich erneut, dass das Träumen von Aarhus und die Taten des Oberbürgermeisters in Kiel nicht zusammenpassen. In Kiel bleibt Flickschusterei Leitlinie der Stadtplanung.

Als Oberbürgermeister will ich Kiel mehr zum Wasser hin öffnen und für eine attraktive Innenstadt sorgen.